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Zum fünften Mal in München. Zum zweiten Mal als Amazon‑Music‑Livestream: das Superbloom Festival. Wir haben im APPROVED-Interview mit Roger Menz (Head of Music) über die neuen Ansprüche und Learnings gesprochen – und waren am Wochenende wieder live vor Ort dabei. 

Unsere stellvertretende Chefredakteurin genießt die Superbloom-Vibes im Olympiapark.

Der Münchner Olympiapark zeigte sich am 29. Und 30. August von seiner absolut besten Postkarten-Sonnenseite. Zum fünften Mal verwandelte das Superbloom die bayerische Landeshauptstadt in ein buntes Epizentrum aus Musik, Kunst und Kultur, diesmal wegen der Stadion-Baustelle in einer etwas kompakteren Edition. Mittendrin Amazon Music, die das Festival erneut weltweit auf die Bildschirme brachten. Nach dem grandiosen Vorjahreserfolg war die Erwartungshaltung an den diesjährigen Livestream verständlicherweise groß. Ausruhen wollte man sich auf den Lorbeeren vom letzten Jahr aber nicht. Der Anspruch: weniger Dokumentation, mehr Interpretation. „Letztes Jahr war nicht speziell durchdacht. Dieses Mal haben wir bei der Arbeit einen Regisseur, der sich wirklich genau überlegt, was auf der Bühne passiert“, Roger Menz (Head of Music Industry, Amazon Music Deutschland)

Das große Learning aus 2025: noch mehr Nähe, mehr Dynamik, weniger sterile TV‑Optik. Das Team hat spürbar an den richtigen Stellschrauben gedreht, um das unberechenbare, echte Festivalfeeling eins zu eins durch das Glasfaserkabel zu jagen. Die Shows erhielten individuelle Kamera‑Setups, die großen Momente der Artists wurden vorab analysiert, und die Perspektiven wirkten spürbar mutiger und beweglicher. Die große Bloom Stage lief mit acht Kameras, die kleinere Neoneo Stage mit fünf, ergänzt durch Dollys, Kräne und mobile Handycams für die unmittelbaren Crowd‑Shots. „Wir wollen nicht nur eine Kamera draufhalten, sondern wirklich versuchen, mittendrin statt nur dabei zu sein“, erklärt Menz. Auch sprachlich wurde neu gedacht: Da der Samstag stark von lokalen Artists geprägt war, entschied man sich für einen deutschsprachigen Stream. „Letztes Jahr haben wir das ganz auf Englisch gemacht“, so Menz. Trotzdem blieb der Stream weltweit verfügbar – auf Twitch, Prime Video, Fire TV und erstmals auch in der App.

Zartmann: Ein vielseitiger Indie‑Pop‑Künstler, der mit markanter Stimme und ehrlichen Texten die deutsche Festivallandschaft prägt. Credit:@spndlr.media

Am Samstag gehörte die Bühne klar den nationalen Acts. Nico Santos und SDP enterten gegenseitig die Bühne, Zartmann überraschte mit Kasi & Antonius – und der Stream war immer genau da, wo die Magie war. „Wenn der eine Moment passiert, von dem wir nicht wissen, dass er passiert, dann wollen wir da sein“, bekräftigt Menz. Mission accomplished, würden wir behaupten. Und auch der Sound hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht: Der Bass drückte, ohne zu überfahren, Stimmen lagen sauber darüber, Details gingen nicht verloren. Die Balance zwischen Open-Air-Anlage und digitaler Tonspur war so fein abgestimmt, dass selbst kleine Nuancen im Stream ankamen.

Ob Ikkimels gewohnt freche Performance die Bloom Stage aufmischt…  (Credit: Live Nation)
…oder Tom Odells ruhige Melancholie den Moment komplett verwandelt – Amazon Music bringt diese Kontraste im Livestream beeindruckend authentisch rüber. (Credit: @LukeBPhotographyKassel)

Der Sonntag setzte dem digitalen Erlebnis schließlich die Krone auf, als rund 20.000 Menschen den Olympiapark fluteten und für einen fulminanten Abschluss sorgten. Das Programm bot enorme Kontraste, die von der Kamera-Crew sensationell eingefangen wurden. Erst riss Ikkimel mit ihren gewohnt direkten Texten und einer herrlich frechen Performance die Bloom Stage ab. Tom Odell verwandelte denselben Ort kurz darauf in ein stilles Meer aus Stimmen. Die Regie fing diese Kontraste beeindruckend ein: erst rohe Energie, dann intime Melancholie, dann das choreografierte Pop-Feuerwerk von Zara Larsson. Als sie für „Lush Life“ einen Fan auf die Bühne holte und ihren Diamant-Award erhielt, war der Stream so nah dran, dass man fast das Glitzern auf dem Award sehen konnte. Kygo lieferte schließlich den finalen Abriss  und die visuelle Umsetzung machte aus dem Olympiapark einen gigantischen Dancefloor, der auch digital funktionierte.

Kygo hat zum Finale den Olympiapark in einen riesigen Dancefloor verwandelt und die hochwertige visuelle Umsetzung hat das im Livestream genauso intensiv rübergebracht. (Credits: Julius Hatt for Superbloom Munich)

Das Superbloom 2026 hat gezeigt, wie schnell sich ein Livestream weiterentwickeln kann, wenn man die richtigen Schlüsse zieht. Amazon Music sieht das Format längst nicht mehr als Experiment: „Wir wollen das zu einem festen Bestandteil machen und würden es auch gerne ausbauen“, so Menz.

Dieses Jahr endete das Festival nicht wie gewohnt nach dem Wochenende. Unter der Woche liefen erstmals einzelne Konzerte im Olympiapark, doch Amazon Music entschied sich bewusst dagegen, diese ebenfalls zu streamen. „Wir haben uns das Konzept angeschaut, aber dieses Jahr machen wir die zwei Festivaltage – nicht die individuellen Konzerte“, erklärt Menz. Künftig könnten aber auch einzelne Konzerte eine Rolle spielen, ähnlich wie die bereits gestreamten Shows von Bad Bunny (übrigens der bisher meistgestreamte Livestream auf Amazon Music), Take That oder den italienischen und französischen Produktionen. Genau dieses Format könnte auch in Deutschland kommen: „Wenn wir das machen, dann würden wir wahrscheinlich einen großen, eher lokalen Künstler präferieren“, überlegt Menz.

Das Superbloom selbst bleibt aber fester Bestandteil: „Wir wollen hier weiter kooperieren und das Ganze live streamen“. Ein Festival also, das live und digital gleichermaßen wächst. Wohin wird sich zeigen, doch eines steht fest: der Livestream wird 2027 wohl noch mehr Möglichkeiten bieten. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen – den Livestream haben wir fürs nächste Jahr schon jetzt fest im Kalender eingeplant.

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