sound of rum

Unsere Reise geht nach Jamaika. Die Insel riecht nach Meer, Zuckerrohr und tropischer Erde, aus Bars dringen Reggae und Dancehall, irgendwo läuft ein Grill heiß und fast jeder kennt jemanden, der in irgendeiner Form mit Rum zu tun hat. Wer verstehen möchte, warum Jamaika als Heimat einiger der charakterstärksten Rums der Welt gilt, muss raus aus den Hotels und dorthin, wo alles beginnt: aufs Feld.
Genau deshalb geht es nach Worthy Park. Dort wächst das Zuckerrohr, dort rattern die Mühlen und dort wird aus einer Pflanze mit erstaunlich viel Geduld ein Destillat mit unverwechselbarem Charakter. Zwischen dampfenden Anlagen und kupferfarbenen Brennblasen wird schnell klar, dass Rum hier kein Industrieprodukt ist. Jede Generation erzählt ihre Geschichte weiter, und der Stolz auf das eigene Handwerk ist überall spürbar.

Ein wichtiger Begleiter dieser Tage ist Rum-Ambassador Ian Burrell. Kaum jemand erklärt die Welt des jamaikanischen Rums mit so viel Leidenschaft und gleichzeitig so viel Humor. Beim Workshop geht es nicht darum, möglichst viele Gläser zu leeren. Viel spannender ist die Frage, warum Jamaika so anders schmeckt als andere Rum-Nationen. Fermentation, Pot Still, Column Still, Ester – plötzlich ergeben Begriffe Sinn, die vorher eher nach Chemieunterricht klangen. Nach der Verkostung schmeckt jeder Schluck ein wenig bewusster.
Natürlich tauchen die Rolling Stones immer wieder auf. Ihre Verbindung zur Insel reicht weit zurück. Anfang der 1970er-Jahre wurde Jamaika zum kreativen Rückzugsort von Mick Jagger und Keith Richards. Während der Arbeiten am Album Goats Head Soup verbrachte die Band viel Zeit in Kingston, ließ sich von der Musik, den Menschen und der entspannten Lebensart inspirieren. Aus einer kurzen Reise wurde eine jahrzehntelange Liebesgeschichte mit der Insel.
Aus dieser Geschichte entstand schließlich Crossfire Hurricane. Der Name stammt aus der berühmten ersten Zeile von Jumpin‘ Jack Flash: „I was born in a crossfire hurricane.“ Hinter dem Rum steckt jedoch mehr als ein cleverer Songtitel. Gemeinsam mit Rum-Experte Ian Burrell entstand ein Blend aus Destillaten von Hampden Estate, Long Pond, Worthy Park und Clarendon – vier legendären jamaikanischen Brennereien. Das Ergebnis ist ein 100 Prozent jamaikanischer Rum ohne zugesetzten Zucker, der bewusst die Vielfalt der Insel zeigen will statt den Stil einer einzelnen Destillerie.

Dass hinter der Musik auch echtes Können steckt, zeigt ein Blick auf die jüngsten Auszeichnungen. Beim International Wine & Spirit Competition 2026 erhielt Crossfire Hurricane Gold 96 Punkte und eine Goldmedaille, während der Reserve mit Silber und 92 Punkten prämiert wurde. Besonders bemerkenswert: Beim IWSC entscheiden nicht Marketing oder große Namen, sondern Blindverkostungen und unabhängige Laboranalysen. Ein prominentes Etikett öffnet schließlich keine Geschmacksknospen.

Am Ende bleibt weniger der Gedanke an einen neuen Premium-Rum als an eine Insel, die ihre Kultur mit beeindruckender Selbstverständlichkeit lebt. Crossfire Hurricane erzählt diese Geschichte nicht allein durch Musik oder einen berühmten Bandnamen, sondern durch Menschen, Zuckerrohr, jahrhundertealtes Handwerk und den unverwechselbaren Charakter Jamaikas. Vielleicht ist genau das die größte Stärke dieses Rums: Er schmeckt nicht nach Rock’n’Roll. Er schmeckt nach Jamaika.

0,7 l – 34,99 Euro

0,7 l – 44,99 Euro